| 1. April 2011 |
| 19:00 | bis | 21:00 |
Filmprojekt über die Installation „Grenzraum“ und die Arbeit Ulrich Wagners, mit anschließendem Interview, geführt von Dr. Elke Purpus
Veranstaltung am 1. April 2011, um 19.00 Uhr
Referenten: Ulrich Wagner (Künstler), Dr. Elke Purpus (Direktorin der Kunst- und Museumsbibliothek)
Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Köln
Ort: Lesesaal der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Heinrich-Böll-Platz / Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln, im Museum Ludwig)
Eintritt: 5 €
Ulrich Wagner füllt mit seinen aus selbstgeschöpften, auf Keilrahmen aufgezogenen Büttenpapieren ganze Räume. So auch mit seiner neuesten Installation „Grenzraum” im Bonner Landesmuseum. Kombiniert mit Neonleuchten und spiegelndem Fußboden werden die Räume zu scheinbar endlosen Rauminstallationen gesteigert. Die auf den ersten Blick frei kombinierten Strukturen offenbaren bei näherer Betrachtung immer mehr Bezüge zu seinem Buchprojekt „Grundrisse von Konzentrationslagern”. Seit diesem Werk nimmt Wagner immer wieder Motive aus den Konzentrationslagergrundrissen in seinen neuen Installationen auf, baut sie bewusst in seine Installationen ein.
In der Veranstaltung wird zunächst mittels eines kurzen Films Einblicke in die Entstehung der Installation „Grenzraum” und somit in die Arbeit Ulrich Wagners gegeben. Danach unterhalten sich Ulrich Wagner und Dr. Elke Purpus über die Bezüge dieses Projektes zu seinen früheren Werken, insbesondere zu seinem Buchprojekt „Grundrisse von Konzentrationslagern”.
Eine Veranstaltung der VHS Köln in Kooperation mit der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln in der Vortragsreihe “Verfemt, „entartet”, verschollen – Kunst und Diktatur”
Während der NS-Zeit und in der DDR versuchte die jeweilige Staatsführung, ihre Kunstauffassung zur Doktrin zu erklären. Beide Male beschränkte sie sich jedoch nicht nur darauf, ihnen genehme Künstler zu fördern und ihr neues Kunstverständnis zu propagieren, sondern beide Male wurde Kunst und wurden Künstler bekämpft, die nicht bereit waren, sich diesen staatlichen Kunstauffassungen zu unterwerfen. Die Instrumente dieser Bekämpfungen insbesondere in der NS-Zeit waren Berufsbeschränkungen, Berufsverbote, Verfolgungen, Inhaftierungen, Ermordungen dieser Künstler.
In der DDR waren die Methoden subtiler. Die Künstler erhielten keine Förderungen, keine Ausstellungsmöglichkeiten oder wurden in ihrer Arbeit behindert, mitunter psychisch unter Druck gesetzt.
Auf diese Art und Weise verschwand in Deutschland eine ganze Künstlergeneration, die sich dem Expressionismus verschrieben hatte, entweder in den KZ und Gefängnissen der Nazis oder sie gerieten schlicht in Vergessenheit.
Jedoch nicht nur die Bekämpfung unerwünschter Kunst stand auf der Tagesordnung beider Diktaturen, sondern gerade in der NS-Zeit wurde Kunst allgemein zum Gegenstand staatlichen Handelns: eroberte Gebiete wurden systematisch ausgeplündert nach Kulturgütern aller Art, die entweder ins Deutsche Reich „heimgeholt” und/oder von NS-Oberen für sich beschlagnahmt wurden. Zugleich entstand ein schwunghafter Handel mit Kunst, die den verfolgten Juden abgepresst oder geraubt wurde.
Die Vortragsreihe will in lockerer Reihenfolge diese vielfältigen Aspekte des Themas „Diktatur und Kunst” näher beleuchten.
Diese Seite weiterempfehlen: